Die Linke
Kernfakten
Gegründet 2007 aus Fusion von PDS und WASG
Vermögensteuer-Forderung: bis zu 75 % auf besonders hohe Vermögen
Bundesweiter Mietendeckel und sechsjähriger Mietenstopp gefordert
Mindestrente von 1.400 Euro monatlich gefordert
Lehnt Bundeswehr-Auslandseinsätze ab, fordert Auflösung als Interventionsarmee
3 Min. Lesezeit
Die Linke wurde 2007 durch die Fusion der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) und der Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG) gegründet. Sie steht für eine sozialistische Politik und setzt sich für eine gerechte Verteilung des Wohlstands, Frieden und eine solidarische Gesellschaft ein. Die Linke ist in mehreren Landesparlamenten vertreten und hat in der Vergangenheit auch Regierungsverantwortung übernommen. Im Bundestag tritt sie als eine der stärkeren Oppositionsparteien auf und fordert eine radikale Umgestaltung der Sozial- und Wirtschaftspolitik.
Kernpunkte des Wahlprogramms zur Bundestagswahl 2025:
Wirtschaft und Steuern:
Vermögensbesteuerung: Die Linke fordert eine umfassende Umverteilung des Wohlstands, angefangen mit einer Wiedereinführung der Vermögensteuer. Besonders hohe Vermögen sollen mit bis zu 75 % besteuert werden. Ziel ist es, das Konzept von Milliardären in Deutschland zu beseitigen und stattdessen soziale Gerechtigkeit durch höhere Steuern auf Vermögen zu erreichen.
Mietpolitik: Angesichts der angespannten Wohnungssituation fordert die Linke einen bundesweiten Mietendeckel und eine sechsjährige Mietenstopp-Periode. Zudem sollen besonders hohe Mieten in überhitzten Märkten gesenkt werden, um den Wohnungsmarkt für alle Bevölkerungsschichten bezahlbar zu machen.
Energie und Klima:
Klimaschutz: Die Linke lehnt den aktuellen CO₂-Preis für Tanken und Heizen ab und fordert stattdessen eine sozial gerechte Klimaschutzpolitik. Sie setzt auf starke staatliche Investitionen in den Heizungsumbau und einen Investitionsfonds für Unternehmen, die in grüne Technologien investieren. Ziel ist es, den Klimawandel zu bekämpfen, ohne sozial Schwächere überproportional zu belasten.
Soziales und Familie:
Rente und Krankenversicherung: Die Partei fordert die Einführung einer solidarischen Krankenversicherung, in die alle Bürger einzahlen. Ziel ist es, die Beiträge von derzeit 17,1 % auf rund 13,3 % zu senken, indem größere Vermögen stärker zur Finanzierung des Gesundheitssystems beitragen. Zudem verlangt die Linke eine Mindestrente von 1.400 Euro monatlich und die Einführung einer sanktionsfreien Mindestsicherung, um Armut im Alter zu verhindern und für eine stabile soziale Grundsicherung zu sorgen.
Wohnen:
Wohnungsbau: Um den akuten Wohnungsmangel zu beheben, fordert die Linke massive Investitionen in den gemeinnützigen Wohnungsbau. Sie plant, jährlich 100.000 neue Wohnungen zu schaffen und dabei 20 Milliarden Euro pro Jahr zu investieren. Dies soll den Wohnungsmarkt langfristig entlasten und einen Schwerpunkt auf sozialen Wohnungsbau legen, um bezahlbaren Wohnraum für alle zu gewährleisten.
Migration und Integration:
Asylpolitik: Die Linke setzt sich klar für das Recht auf Asyl und für eine offene Migrationspolitik ein. Sie fordert, dass geflüchtete Menschen bereits ab dem ersten Tag ihrer Ankunft in Deutschland arbeiten dürfen, um ihre Integration zu erleichtern und ihre Selbstständigkeit zu fördern. Sie lehnt eine aggressive Asylpolitik ab, die Geflüchtete stigmatisiert und spaltet.
Verteidigung und Außenpolitik:
Friedenspolitik: Die Linke setzt auf Diplomatie und eine friedliche Außenpolitik. Sie lehnt Auslandseinsätze der Bundeswehr ab und fordert die Auflösung der Bundeswehr als Interventionsarmee. Statt mehr Geld für Rüstungsprojekte auszugeben, soll der Fokus auf sozialen Programmen und internationalen Friedensinitiativen liegen. Sie tritt für eine friedliche Lösung von Konflikten ein und fordert eine stärkere Ausrichtung der Außenpolitik an den Prinzipien der Menschenrechte und des Völkerrechts.
Analyse der möglichen Auswirkungen des Wahlprogramms:
Die geplanten Steuererhöhungen für große Vermögen könnten zu einer spürbaren Umverteilung führen und die Kluft zwischen Arm und Reich verringern. Die Einführung eines Mietendeckels und die Senkung besonders hoher Mieten würden zu einer Entlastung vieler Mieter und zu einer faireren Wohnungspolitik führen. Gleichzeitig könnte dies zu einem stagnierenden Wohnungsmarkt und zu Konflikten mit großen Immobilienunternehmen führen.
Die sozial gerechte Klimapolitik zielt darauf ab, den Klimawandel effektiv zu bekämpfen, ohne den sozialen Zusammenhalt zu gefährden. Die Idee, grüne Technologien zu fördern, könnte die Industrie langfristig nachhaltiger machen, während der Verzicht auf den CO₂-Preis im Sinne der sozial Schwächeren wirkt.
Die Einführung einer solidarischen Krankenversicherung und die Mindestrente würden einen signifikanten Schritt in Richtung sozialer Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung darstellen. Besonders im Hinblick auf die Rentenpolitik könnte die Mindestrente dazu beitragen, Altersarmut zu verringern.
Der verstärkte Fokus auf den sozialen Wohnungsbau und die geplanten Investitionen in den gemeinnützigen Wohnungsbau könnten den Wohnungsmangel lindern und dazu führen, dass mehr Menschen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum erhalten.
Die Bekenntnis zu einer offenen Asylpolitik und die Förderung der Integration von Geflüchteten durch Arbeitserlaubnis ab dem ersten Tag würde die gesellschaftliche Teilhabe stärken und die Integration verbessern.
Insgesamt verfolgt die Linke eine Politik, die soziale Gerechtigkeit, Umverteilung und Frieden als zentrale Werte setzt. Die Umsetzung dieser Ziele würde tiefgreifende Veränderungen erfordern und könnte auf Widerstand bei konservativen und wirtschaftsliberalen Kräften stoßen, bietet jedoch eine Perspektive für eine gerechtere Gesellschaft.
2 Quellen
- die-linke.de/bundestagswahl-2025/wahlprogramm
Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025.
- die-linke.de/start
Webseite der Linken.
Autor: MAnFred
Veröffentlicht am 4. August 2026
