Abschlussrede von Friedrich Merz vor der Bundestagswahl 2025
Kernfakten
Rede am 22.2.2025 zum CDU-Wahlkampfabschluss
Merz erwähnte Ermordung Walter Lübckes in Kassel durch Rechtsradikalen als Vergleich
Bezeichnung von Israel-Fahnen als „Judenfahnen“ von Kritikern als antisemitisch gewertet
Aussagen wie „grüne und linke Spinner“ von Faktencheck als populistisch/spaltend eingestuft
Fazit im Quelltext: Verhalten als unprofessionell für einen Bundeskanzler bewertet
2 Min. Lesezeit
Am 22.02.2025 hielt Friedrich Merz zum Wahlkampfabschluss der CDU eine Rede vor seiner Partei, die nicht in Vergessenheit geraten sollte. Zum Abschluss gab er folgendes von sich (sic):
„Ich frage mal die ganzen, die da draußen rumlaufen, „Antifa“ und „gegen rechts“. Wo waren die denn, als Walter Lübcke in Kassel ermordet worden ist von einem Rechtsradikalen? Wo waren die da? Wo war der Aufstand der Anständigen in Deutschland?
Als in diesem Lande Palästinenser – Flaggen geschwenkt wurden, „From the River to the Sea“ gesungen wurde? Als Juden – Fahnen als Fahnen des Staates Israel verbrannt worden sind, wo waren diese ganzen
Typen da, die heute auf der Straße herumlaufen und meinen, sie müssten hier gegen „rechts“ demonstrieren?
Ich geb‘ den Leuten da draußen eine Antwort: „links“ ist vorbei. Es gibt keine linke Mehrheit und keine linke Politik mehr in Deutschland. Es ist vorbei. Es. geht. nicht. mehr.
Und jetzt werden wir, liebe Freundinnen und Freunde, wieder Politik für die Mehrheit der Bevölkerung machen. Für die Mehrheit der Menschen in diesem Lande machen. Für die Mehrheit, die „gerade“ denken und die
auch noch alle Tassen im Schrank haben. Für die werden wir jetzt wieder Politik machen. Im Mittelstand, in der Landwirtschaft. Die können sich darauf verlassen, dass wir an ihrer Seite stehen und wieder Politik für
Deutschland machen, meine Damen und Herren. Und nicht für irgendwelche grünen und linken Spinner auf dieser Welt. Die sollen da draußen rumlaufen, aber sie haben mit der Mehrheit dieser Bevölkerung gar
nichts zu tun. Gar. nichts. zu. tun, das ist die Wahrheit in Deutschland.“
Faktencheck
- Nach der Ermordung von Walter Lübcke in Kassel durch einen Rechtsradikalen mobilisierten sich tausende Menschen zu groß angelegten Demos gegen rechte Gewalt. Kritiker wie die SPD-Spitze warfen Merz vor, mit dieser Aussage die Ermordung eines Parteikollegen zu instrumentalisieren, um mit einfachsten populistischen Mitteln Stimmung gegen diejenigen zu machen, die der eigenen Agenda gerade im Weg stehen.
- Die Verwendung des Begriffs „Judenfahne“ – als Gleichsetzung von Israel und Judentum – werteten Kritiker, darunter der Soziologe Jules El-Khatib, als antisemitisch.
- Populistische Beleidigungen wie „Grüne und linke Spinner“ und die Aussage, „die Mehrheit, die noch alle Tassen im Schrank habe“, tragen zudem nur zu einer weiteren gesellschaftlichen Spaltung bei.
Zudem richten sich diese Aussagen nicht „nur“ einfach gegen Demonstrierende, sondern in diesem Zuge gegen unzählige Gewerkschaften, Vereine, Menschenrechtsorganisationen und gegen Parteien wie
die Linken, Bündnis90/Die Grünen und die SPD, die sich – im übrigen nicht nur bei Demonstrationen – gegen Rechtsradikalismus und Faschismus einsetzen.
Fazit
Das Verhalten von Friedrich Merz war höchst unprofessionell und widerspricht den Erwartungen an einen Bundeskanzler, der als Vorbild für verantwortungsvolle und respektvolle politische Kommunikation fungieren sollte.
4 Quellen
- youtube.com/watch?v=S9GVltbO1-o
Die Abschlussrede von Friedrich Merz auf seinem eigenen Youtube – Kanal.
- taz.de/Totalausfall-von-Friedrich-Merz/!6071285
Friedrich Merz sorgte laut der TAZ mit diversen Äußerungen für Empörung und Spaltung.
- tagesschau.de/inland/bundestagswahl/merz-linke-kritik-100.html
Bericht der Tagesschau zur Abschlussrede von Friedrich Merz.
- news.de/politik/858965768/friedrich-m…t-kritik-zu-rede-ueber-juden/1
Bericht dazu, dass unter anderem der Soziologe Jules El-Khatib die Gleichsetzung von Israel-Fahne und „Judenfahne“ als antisemitisch wertete.
Autor: MAnFred
Veröffentlicht am 4. August 2026
