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Deutsche Migrationsgeschichte

Kernfakten

  • Anwerbeabkommen: Italien 1955, Spanien/Griechenland 1960, Türkei 1961

  • 19551973: ca. 14 Mio. Gastarbeiter, ca. 11 Mio. kehrten zurück, 3 Mio. blieben dauerhaft

  • Spätaussiedler (Art. 116 GG): insgesamt ca. 4,5 Mio. seit 1950, Großteil nach 1990

  • DDR-Flucht: 2,7 Mio. Menschen bis Mauerbau 1961, weitere 3,8 Mio. nach 1990 in den Westen

  • Heute ca. 25 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund

2 Min. Lesezeit

Die deutsche Migrationsgeschichte nach 1945 ist geprägt von mehreren großen Bewegungen, die eng mit politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden sind. Drei zentrale Gruppen stechen hervor: die Gastarbeiter, die Spätaussiedler und die Flüchtlinge aus der DDR.

Gastarbeiter: Arbeitsmigration im Wirtschaftswunder

In den 1950er- und 1960er-Jahren erlebte Westdeutschland ein starkes Wirtschaftswachstum, das als „Wirtschaftswunder“ bekannt wurde. Um den Arbeitskräftemangel zu beheben, schloss die Bundesrepublik Anwerbeabkommen mit mehreren Ländern, darunter Italien (1955), Spanien und Griechenland (1960) sowie der Türkei (1961). Diese sogenannten Gastarbeiter sollten ursprünglich nur für eine begrenzte Zeit in Deutschland arbeiten und dann in ihre Heimat zurückkehren. Viele blieben jedoch dauerhaft, holten ihre Familien nach und trugen zur kulturellen Vielfalt der Bundesrepublik bei. Besonders türkische Einwanderer prägten das gesellschaftliche Bild, da sie mit etwa drei Millionen Menschen die größte Migrantengruppe stellten.

Spätaussiedler: Rückkehr ethnischer Deutscher

Eine weitere bedeutende Gruppe waren die Spätaussiedler – Menschen deutscher Abstammung aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion. Ihre Vorfahren waren oft im 18. und 19. Jahrhundert dorthin ausgewandert, etwa nach Russland unter Katharina der Großen oder in das Habsburgerreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele von Vertreibung, Diskriminierung und Assimilationsdruck betroffen. Aufgrund ihrer deutschen Wurzeln konnten sie gemäß Artikel 116 des Grundgesetzes als Spätaussiedler in die Bundesrepublik einreisen. Besonders nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er-Jahre kam es zu einer großen Zuwanderungswelle, die Deutschland vor Herausforderungen bei Integration und Anerkennung ihrer Bildungsabschlüsse stellte.

DDR-Flucht: Migration innerhalb Deutschlands

Die innerdeutsche Migration war ein besonderes Phänomen der deutschen Teilung. Zwischen 1949 und 1961 flohen etwa 2,7 Millionen Menschen aus der DDR in den Westen. Viele suchten bessere wirtschaftliche Bedingungen oder flohen vor politischer Verfolgung. Der Bau der Berliner Mauer 1961 stoppte diese Bewegung abrupt, und Fluchtversuche wurden mit harten Strafen oder sogar dem Tod geahndet. Erst mit der friedlichen Revolution 1989 wurde die Grenze wieder geöffnet, und viele Ostdeutsche zogen nach der Wiedervereinigung in wirtschaftlich stärkere Regionen Westdeutschlands.

Zahlen und demografische Auswirkungen der Migrationsbewegungen

Zwischen 1955 und 1973 kamen rund 14 Millionen Gastarbeiter nach Westdeutschland, von denen etwa 11 Millionen wieder zurückkehrten, während drei Millionen dauerhaft blieben. Die Zahl der Spätaussiedler, die nach 1950 nach Deutschland einwanderten, beträgt insgesamt etwa 4,5 Millionen, wobei der Großteil nach 1990 kam. Die innerdeutsche Migration führte dazu, dass bis zum Mauerbau 1961 etwa 2,7 Millionen Menschen aus der DDR in den Westen flohen, während nach der Wiedervereinigung weitere 3,8 Millionen Ostdeutsche in westdeutsche Bundesländer übersiedelten. Insgesamt wurde Deutschland durch diese Migrationsbewegungen maßgeblich geprägt: Heute haben rund 25 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund, was die langfristigen demografischen Auswirkungen dieser Ströme verdeutlicht.

Diese drei Migrationsbewegungen verdeutlichen, wie vielfältig die deutsche Migrationsgeschichte ist. Sie zeigen nicht nur wirtschaftliche und politische Ursachen von Migration, sondern auch langfristige gesellschaftliche Auswirkungen, die Deutschland bis heute prägen.

2 Quellen

  1. mediendienst-integration.de/migration/geschichte-der-migration.html

    Die Seite bietet eine fundierte Übersicht zur Geschichte der Migration in Deutschland, beleuchtet zentrale Migrationsbewegungen und deren gesellschaftliche Auswirkungen.

  2. bamf.de/DE/Themen/Forschung/Veroeffen…igrationshintergrund-node.html

    Die BAMF-Seite bietet aktuelle statistische Daten und Analysen zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland und zeigt deren demografische Entwicklung sowie gesellschaftliche Bedeutung auf.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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