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MAnFred

Die Behauptung

Ausländer sind alle Sozialschmarotzer und arbeiten nicht

Kernfakten

  • Erwerbsquote Menschen mit Migrationshintergrund ca. 70 % (einheimisch: ca. 76 %)

  • EU-Zuwanderer: Erwerbsquote über 80 %

  • IAB: ca. 60 % der Geflüchteten steigen innerhalb von 5 Jahren in den Arbeitsmarkt ein

  • ZEW-Studie: EU-Zuwanderer sind Netto-Beitragszahler (zahlen mehr ein, als sie erhalten)

  • Einordnung: pauschales „Sozialschmarotzer“-Vorurteil wird durch Fakten widerlegt

3 Min. Lesezeit

Die Vorstellung, dass Migranten überwiegend auf Sozialleistungen angewiesen sind und nicht arbeiten, ist weit verbreitet, aber auch stark vereinfacht und oftmals unzutreffend. Eine differenzierte Betrachtung der Fakten zeigt, dass Migranten einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaft leisten und nur in bestimmten Kontexten stärker auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Hohe Erwerbsbeteiligung unter Migranten

Ein häufiger Vorwurf gegenüber Migranten ist, dass sie nicht arbeiten und nur auf Sozialhilfe angewiesen sind. Diese Behauptung ist jedoch nicht mit der Realität vereinbar. Die Erwerbsquote von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland liegt mittlerweile bei etwa 70 %, was sich nur wenig von der Erwerbsquote der einheimischen Bevölkerung (rund 76 %) unterscheidet. Besonders auffällig ist, dass Migranten aus der Europäischen Union (EU) eine höhere Erwerbsquote aufweisen. Diese liegt bei über 80 %, was darauf hinweist, dass viele EU-Zuwanderer aktiv in den Arbeitsmarkt integriert sind.

Auch in bestimmten Sektoren sind Migranten unverzichtbar. In Branchen wie der Pflege, dem Bauwesen und der Gastronomie sind Migranten besonders stark vertreten. In der Pflege beispielsweise ist der Anteil ausländischer Arbeitskräfte inzwischen überdurchschnittlich hoch und trägt maßgeblich zur Sicherstellung der Versorgung bei. Diese Berufe werden von Einheimischen oft nicht ausreichend nachgefragt, was die hohe Migration in diese Sektoren erklärt.

Sozialleistungen: Eine differenzierte Betrachtung

Natürlich gibt es Gruppen von Migranten, die in den ersten Jahren nach ihrer Ankunft häufiger auf Sozialleistungen angewiesen sind. Besonders bei Geflüchteten ist dies der Fall, da sie oftmals mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sind, die ihre Integration verzögern – dazu gehören Sprachbarrieren, Anerkennungsprobleme von Berufsabschlüssen und ein Mangel an Netzwerken. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) steigen jedoch rund 60 % der Geflüchteten innerhalb von fünf Jahren nach ihrer Ankunft in den Arbeitsmarkt ein. Diese Zahlen belegen, dass die meisten Migranten nach einer Eingewöhnungszeit aktiv am Arbeitsmarkt teilnehmen und ihren Beitrag leisten.

Wichtig ist zudem, dass nicht nur die kurzfristigen Zahlen betrachtet werden, sondern auch die langfristigen Effekte der Migration. Langfristig tragen Migranten durch ihre Arbeit und ihre Steuerzahlungen zum Wohlstand der Gesellschaft bei. Sie sorgen nicht nur für eine Stabilisierung des Sozialsystems, sondern verringern durch ihre Erwerbstätigkeit auch die Belastung der Sozialkassen.

Netto-Beitragszahler statt Belastung

Es gibt eine weit verbreitete Ansicht, dass Migranten nur Belastung für das Sozialsystem darstellen. Doch eine eingehendere Analyse zeigt das Gegenteil. Migranten, insbesondere solche aus der EU, sind Netto-Beitragszahler. Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zahlen EU-Zuwanderer mehr in das System ein, als sie an Sozialleistungen erhalten. Besonders hochqualifizierte Migranten tragen zu einem erheblichen Teil zur Stärkung des deutschen Sozialsystems bei, da sie aufgrund ihrer beruflichen Qualifikationen oftmals in besser bezahlte und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen eintreten.

Gerade in Ländern mit einem starken Fachkräftemangel, wie Deutschland, sind Migranten unerlässlich für die Aufrechterhaltung der Wirtschaftskraft. Sie übernehmen nicht nur Arbeitsplätze, die von Einheimischen schwerer besetzt werden, sondern bringen auch ihre eigenen Qualifikationen und Erfahrungen mit, die zur Diversifizierung und Verbesserung des Arbeitsmarktes beitragen.

Fazit

Die Vorstellung, dass Migranten überwiegend „Sozialschmarotzer“ sind und nicht arbeiten, ist ein hartnäckiges Vorurteil, das durch Fakten widerlegt wird. Migranten leisten einen wesentlichen Beitrag zum Arbeitsmarkt, indem sie vor allem in Branchen tätig sind, die von der einheimischen Bevölkerung nicht ausreichend nachgefragt werden. Zwar gibt es bei bestimmten Gruppen, wie etwa den Geflüchteten, vorübergehende Abweichungen in der Erwerbsbeteiligung, aber auch diese Gruppe integriert sich im Laufe der Zeit zunehmend in den Arbeitsmarkt. Migranten sind insgesamt Netto-Beitragszahler und leisten einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand und zur Stabilität des Sozialsystems.

2 Quellen

  1. doku.iab.de/kurzber/2024/kb2024-10.pdf

    Der Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt– und Berufsforschung zeigt klar auf, dass die Beschäftigungsquote mit der Aufenthaltsdauer stark ansteigt.

  2. destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/05/PD24_177_125.html

    Die Erwerbstätigkeit von Migranten in Deutschland steigt kontinuierlich, wobei besonders Zuwanderer aus EU-Staaten hohe Erwerbsquoten aufweisen und einen wichtigen Beitrag zur deutschen Wirtschaft leisten.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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