Die Behauptung
Ausländer sind alle kriminell
Kernfakten
PKS 2023: ca. 37 % der Tatverdächtigen ohne deutschen Pass, bei ca. 16,5 % Bevölkerungsanteil von Nicht-Deutschen
Einordnungsfaktoren: jüngere Altersstruktur, sozioökonomische Benachteiligung, aufenthaltsrechtliche Verstöße (nur von Ausländern begehbar)
Tatverdächtige ungleich Verurteilte: viele Verfahren enden mit Freispruch/Einstellung
BKA-Zahlen: Kriminalität unter Ausländern insgesamt rückläufig, bei längerem Aufenthalt ähnliches/niedrigeres Niveau wie bei Deutschen
Einordnung: pauschale These „alle kriminell“ gilt als nachweislich falsch, Kriminalität wird als gesamtgesellschaftliches statt migrationsspezifisches Phänomen eingeordnet
2 Min. Lesezeit
Die Behauptung, dass Ausländer generell krimineller seien als Einheimische, ist weit verbreitet. Doch eine sachliche Betrachtung der Kriminalitätsstatistiken zeigt ein differenzierteres Bild. Kriminalität hat viele Ursachen – darunter soziale und wirtschaftliche Faktoren – und die alleinige Betrachtung der Herkunft führt oft zu verzerrten Wahrnehmungen.
Kriminalitätsstatistik: Zahlen und Hintergründe
Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2023 hatten etwa 37 % der Tatverdächtigen keinen deutschen Pass, obwohl der Anteil von Nicht-Deutschen an der Gesamtbevölkerung nur bei etwa 16,5 % liegt. Dies wird oft als Beweis für eine höhere Kriminalitätsrate unter Ausländern herangezogen. Allerdings müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden:
Demografische Struktur:
Migranten sind im Durchschnitt jünger als die Gesamtbevölkerung, und junge Männer begehen statistisch gesehen häufiger Straftaten – unabhängig von ihrer Herkunft.
Sozioökonomische Faktoren:
Arbeitslosigkeit, Bildungsniveau und soziale Benachteiligung spielen eine große Rolle bei Kriminalität. Viele Migranten haben erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt und leben in prekären Verhältnissen.
Aufenthaltsstatus: Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht (z. B. illegale Einreise oder das Arbeiten ohne gültige Erlaubnis) werden automatisch als Straftaten registriert, obwohl sie keine klassischen Straftaten sind. Diese Verstöße können nur von Nicht-Staatsangehörigen begangen werden und führen zu einer Verzerrung der Kriminalitätsstatistik, da sie im Vergleich zu Straftaten wie Diebstahl oder Körperverletzung nicht mit denselben Ursachen in Verbindung stehen.
Es ist auch wichtig zu betonen, dass Tatverdächtige nicht mit Verurteilten gleichzusetzen sind. Die Kriminalstatistik erfasst alle Verdächtigen, unabhängig davon, ob sie tatsächlich verurteilt wurden. Viele Tatverdächtige werden freigesprochen oder ihre Fälle werden eingestellt, was bedeutet, dass die tatsächliche Zahl der Straftäter niedriger sein kann als die Zahl der Verdächtigen.
Gewaltkriminalität und schwere Straftaten
Bei Gewaltverbrechen zeigen die Statistiken, dass einige Gruppen überrepräsentiert sind, insbesondere unter jungen, männlichen Asylbewerbern. Dies liegt teils an fehlenden sozialen Strukturen, traumatischen Fluchterfahrungen oder mangelnder Integration. Allerdings gilt auch hier: Die Mehrheit der Migranten begeht keine Straftaten, und Pauschalisierungen sind irreführend.
Rückgang der Kriminalität unter Migranten
Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zeigen, dass die Kriminalität unter Ausländern in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Insbesondere anerkannte Migranten und Personen mit längerem Aufenthalt in Deutschland weisen ähnliche oder sogar niedrigere Kriminalitätsraten auf als Deutsche.
Fazit
Die Behauptung, dass „alle Ausländer kriminell sind“, ist nachweislich falsch. Bestimmte Gruppen sind in der Kriminalstatistik überrepräsentiert, was jedoch vor allem an sozialen Faktoren liegt. Mit zunehmender Integration gleichen sich die Kriminalitätsraten an. Kriminalität ist kein „Migrationsproblem“, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen.
2 Quellen
- bka.de/DE/AktuelleInformationen/Stati…stik/PKS2023/pks2023_node.html
Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2023 (Stand: April 2024, V1.0) des Bundeskriminalamts.
- ifo.de/pressemitteilung/2025-02-18/me…n-die-kriminalitaetsrate-nicht
Laut der Studie des ifo Instituts erhöht die Zuwanderung von Ausländern nicht die Kriminalitätsrate in Deutschland, sondern die Zahl der Straftaten bleibt stabil.
Autor: MAnFred
Veröffentlicht am 4. August 2026
