Weda Elysia und die Anastasia-Bewegung: Eine Analyse rechtsextremer Siedlungsprojekte
Kernfakten
Anastasia-Bewegung basiert auf Büchern des russischen Autors Wladimir Megre, enthält laut Kritikern antisemitische Inhalte
Verein Weda Elysia, Sitz in Wienrode (Sachsen-Anhalt), gegründet 2014
Ziel: „Gärtnerhof-Kleinsiedlungen“ mit je einem Hektar Land pro Familie
Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft Weda Elysia als rechtsextremistisch ein
November 2023: Vereinsmitglieder kandidierten bei Ortschaftsratswahl in Wienrode
2 Min. Lesezeit
Die Anastasia-Bewegung wird von Kritikern und dem Verfassungsschutz als rechtsextrem beeinflusste, esoterische Strömung eingestuft, die ihren Ursprung in den 1990er Jahren hat und sich auf die Buchreihe des russischen Autors Wladimir Megre stützt. Diese Bücher kombinieren Elemente von Esoterik, Naturromantik und Aussteigerideologie, wobei die Hauptfigur Anastasia als Verkörperung eines angeblich ursprünglichen, natürlichen Lebensstils dargestellt wird. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Bücher antisemitische, rassistische und antimoderne Weltanschauungen verbreiten.
Weda Elysia: Ein Verein mit umstrittenen Zielen
Der Verein Weda Elysia hat seinen Sitz im sachsen-anhaltischen Wienrode und ist eng mit der Anastasia-Bewegung verknüpft. Gegründet im Jahr 2014, verfolgt der Verein das Ziel, im Einklang mit der Natur zu leben und sogenannte „Gärtnerhof-Kleinsiedlungen“ aufzubauen. Diese Siedlungen sollen Familien die Möglichkeit bieten, auf jeweils einem Hektar Land weitgehend autark zu leben. In ihren Veröffentlichungen betont der Verein Werte wie Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und den respektvollen Umgang mit der Umwelt.
Verfassungsschutzliche Einstufung und politische Aktivitäten
Der Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt stuft den Verein Weda Elysia als rechtsextremistisch ein. Diese Einschätzung basiert auf der Verbindung des Vereins zur völkischen Siedlungsbewegung und der Verbreitung antisemitischer Inhalte. Im November 2023 kandidierten Mitglieder des Vereins bei der Ortschaftsratswahl in Wienrode.
Ideologische Verflechtungen und Kritik
Die Ideologie von Weda Elysia und der Anastasia-Bewegung weist deutliche Überschneidungen mit rechtsextremen Vorstellungen auf. Experten identifizieren Elemente wie Antisemitismus, Rassismus und eine Ablehnung moderner demokratischer Strukturen. Die Bücher von Wladimir Megre, auf denen die Bewegung basiert, enthalten beispielsweise antisemitische Verschwörungsmythen, die Juden für wirtschaftliche und politische Krisen verantwortlich machen.
Gesellschaftliche Reaktionen und Herausforderungen
Die Aktivitäten von Weda Elysia stoßen in der lokalen Gemeinschaft auf Ablehnung und Besorgnis. Bürgermeister Heiko Breithaupt von Blankenburg äußerte laut t-online die Hoffnung, dass durch Aufklärungsveranstaltungen ein besseres Verständnis über die Hintergründe des Vereins geschaffen werden kann. Ziel ist es, die Dorfgemeinschaft über die ideologischen Ausrichtungen des Vereins zu informieren und mögliche negative Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima zu minimieren.
Fazit
Weda Elysia und die Anastasia-Bewegung repräsentieren ein komplexes Zusammenspiel von esoterischen Vorstellungen und rechtsextremen Ideologien. Während der Verein die Rückkehr zu einem naturnahen Leben propagiert, stehen dahinter oft diskriminierende und undemokratische Weltanschauungen. Es ist daher entscheidend, diese Verbindungen kritisch zu hinterfragen und die Verbreitung solcher Ideologien in der Gesellschaft aufmerksam zu beobachten.
2 Quellen
- tagesschau.de/investigativ/kontraste/anastasia-bewegung-101.html
Der Artikel der Tagesschau untersucht die rechtsextremen Ideologien hinter der Anastasia-Bewegung und beleuchtet deren Verbindungen zu völkischen und antisemitischen Strömungen in Deutschland.
- t-online.de/nachrichten/deutschland/i…arisiert-dorfgemeinschaft.html
Der Artikel von t-online beschreibt, wie der Verein Weda Elysia mit seinen völkischen Siedlungsprojekten in der Harzer Gemeinde Wienrode für Polarisierung sorgt
Autor: MAnFred
Veröffentlicht am 4. August 2026
