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Die RAF als militante Linksextremistische Gruppe

Kernfakten

  • RAF (auch „Baader-Meinhof-Gruppe“) aktiv 1970er–1990er Jahre in Westdeutschland

  • Gegründet 1970 von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof

  • Verantwortlich für 33 Morde, u.a. Entführung Hanns Martin Schleyer (1977), Lufthansa-Entführung „Landshut“ (1977)

  • Sah BRD als „faschistischen Staat“, Ziel: Sturz des kapitalistischen Systems durch Gewalt

  • Löste sich 1998 offiziell auf

4 Min. Lesezeit

Die Rote Armee Fraktion (RAF) war eine linksextremistische Terrororganisation, die in Westdeutschland zwischen den 1970er und 1990er Jahren aktiv war. Sie setzte sich vor allem aus einer radikalen Gruppe junger Menschen zusammen, die aus einem sozialen und politischen Widerstand gegen den Kapitalismus und die als autoritär empfundene Gesellschaft hervorgingen. Die RAF führte eine Reihe von gewalttätigen Aktionen durch, darunter Banküberfälle, Entführungen und Morde, und sah sich selbst als eine Art bewaffneten Arm der politischen Linken. Ziel war es, den „imperialistischen“ westdeutschen Staat und das kapitalistische System durch Gewaltakte zu stürzen. Die Gruppe, auch bekannt als „Baader-Meinhof-Gruppe“, wurde durch ihre brutalen Aktionen und ihre antiimperialistische Ideologie zu einer der umstrittensten und gefährlichsten Terrororganisationen der Bundesrepublik Deutschland. Die RAF war insgesamt für 33 Morde verantwortlich.

Entstehung und Ideologische Grundlagen der RAF

Die Rote Armee Fraktion entstand 1970 unter der Führung von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof. Der Ursprung der RAF liegt in der politischen Radikalisierung einer kleinen, aber ideologisch engagierten Gruppe von Studenten und Intellektuellen, die sich vor allem von den Ereignissen des Vietnamkriegs, der Rolle des Westens im Kalten Krieg und den autoritären Strukturen der deutschen Gesellschaft beeinflussen ließen. Sie betrachteten die Bundesrepublik Deutschland als einen „faschistischen Staat“ und lehnten die westliche Demokratie als Teil eines imperialistischen Systems ab. In ihren Augen war Gewalt ein notwendiges Mittel, um gegen das „kapitalistische System“ und dessen repressiven Apparate wie Polizei und Militär vorzugehen.

Die Methoden der RAF: Terrorismus als politisches Mittel

Die RAF setzte von Beginn an auf Gewalt und Terror als Mittel des politischen Widerstands. Zu ihren bekanntesten Aktionen gehören die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer im Jahr 1977 und die Geiselnahme der Lufthansa-Maschine „Landshut“ im selben Jahr. Diese Aktionen wurden oft begleitet von Morden an Polizeibeamten und Politikern, um ihren Widerstand gegen den Staat zu demonstrieren. Die Gruppe sah sich selbst als Teil eines globalen Widerstands gegen den Imperialismus, der durch eine militante Revolution verwirklicht werden sollte. Die Mitglieder der RAF betrachteten sich als Soldaten eines „internationalen Befreiungskampfes“ und griffen gezielt staatliche Institutionen an, die sie als Teil des imperialistischen Systems sahen.

Die RAF und ihre Beziehung zur globalen linken Bewegung

Die RAF sah sich als Teil eines größeren globalen Widerstands gegen den Imperialismus und das kapitalistische System. Sie sympathisierte mit anderen revolutionären Bewegungen weltweit, insbesondere mit der palästinensischen Terrororganisation „PLO“ und der „FARC“ aus Kolumbien. Diese internationalen Verbindungen hatten einen signifikanten Einfluss auf die RAF, insbesondere in Bezug auf ihre militante Ausrichtung und die strategische Bedeutung des Terrorismus. Der internationale Kontext spielte eine zentrale Rolle in der Ideologie der Gruppe, da die RAF ihre Aktionen als Teil eines weltweiten Kampfs gegen Kolonialismus, Kapitalismus und westliche Hegemonie verstand.

Die RAF und die deutsche Gesellschaft: Reaktionen und Konflikte

Die Gründung und die Aktionen der RAF führten zu einer intensiven gesellschaftlichen Auseinandersetzung in Deutschland. Während viele junge Menschen, die sich von der etablierten Gesellschaft entfremdet fühlten, mit den politischen Zielen der RAF sympathisierten, stießen ihre Methoden der Gewalt auf scharfe Ablehnung. Die staatlichen Reaktionen auf die RAF beinhalteten eine Vielzahl von Überwachungsmaßnahmen, Verhaftungen und Gewalt gegen die Mitglieder der Gruppe. Die „Konterrevolution“ des Staates, wie sie die RAF nannte, beinhaltete das harte Vorgehen der Polizei und die Entwicklung spezieller Antiterrormaßnahmen, wie etwa die „Razzia gegen die RAF“, die die Gruppe zunehmend isolierte.

Das Ende der RAF und ihr Erbe

Die Rote Armee Fraktion löste sich offiziell 1998 auf, nachdem viele ihrer Mitglieder entweder verhaftet, getötet oder in den Untergrund gegangen waren. Doch die RAF hinterließ einen bleibenden Eindruck in der deutschen Gesellschaft. Ihre Aktionen und die darauf folgenden politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen führten zu einer breiten Debatte über die Grenzen des politischen Widerstands und die Rolle der Gewalt in politischen Kämpfen. Die ideologischen Grundsätze der RAF – insbesondere der Kampf gegen den Kapitalismus und den Staat – hatten auch langfristige Auswirkungen auf die politische Linke und führten in den 1980er Jahren zur Entwicklung einer breiten antikapitalistischen und oft auch gewaltorientierten Protestbewegung in Europa.

Fazit: Die RAF und ihre Bedeutung für die politische Linke

Die Rote Armee Fraktion bleibt ein umstrittenes und komplexes Kapitel in der Geschichte der politischen Linken. Die Gruppe hat es geschafft, die Grenzen zwischen politischem Widerstand und Terrorismus zu verwischen, und hat mit ihren gewalttätigen Methoden zahlreiche gesellschaftliche und politische Diskussionen ausgelöst. Ihre Ideologie, die auf einem radikalen Antikapitalismus, einem Widerstand gegen den Imperialismus und ein tiefes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen basierte, ist zwar in den 1990er Jahren verschwunden, hat aber noch immer Einfluss auf politische Bewegungen, die sich gegen den Kapitalismus und für eine radikale Veränderung der Gesellschaft einsetzen.

2 Quellen

  1. bpb.de/themen/linksextremismus/geschichte-der-raf

    Der Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung bietet eine historische Übersicht über die Entstehung, Aktionen und den ideologischen Hintergrund der Roten Armee Fraktion (RAF) in Deutschland.

  2. zeitgeschichte-online.de/themen/zur-g…nd-ihrer-kontexte-eine-chronik

    Der Artikel auf Zeitgeschichte-Online bietet eine umfassende Chronik der Roten Armee Fraktion (RAF) und ihrer historischen sowie politischen Kontexte, einschließlich ihrer Gründung und wichtigsten Ereignisse.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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