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MAnFred

Die Behauptung

Die BRD ist bis heute besetzt und nicht souverän

Kernfakten

  • Theorie: Deutschland sei seit dem Zweiten Weltkrieg weiterhin unter fremder Besatzung

  • Zentraler Bestandteil vieler Reichsbürger-Narrative

  • Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 sicherte offiziell die volle Souveränität Deutschlands

  • Artikel 23 Grundgesetz seit 1990 für gesamtes vereintes Deutschland gültig

  • Theorie wird zur Ablehnung staatlicher Autorität und Verweigerung von Steuern genutzt

2 Min. Lesezeit

Die Behauptung, dass Deutschland bis heute besetzt und nicht souverän sei, ist ein zentraler Bestandteil vieler rechtsextremer und verschwörungstheoretischer Ideologien, insbesondere der Reichsbürgerbewegung. Diese Theorie basiert auf der Annahme, dass das Deutsche Reich nicht nach dem Zweiten Weltkrieg als souveräner Staat wiederhergestellt wurde, sondern dass Deutschland weiterhin unter fremder Besatzung stünde. Anhänger dieser Theorie vertreten die Ansicht, dass die Bundesrepublik Deutschland eine „Besatzungsverwaltung“ oder eine „Firmenkonstruktion“ sei, die nicht die wahre staatliche Legitimation besitze.

Herkunft der Theorie

Der Ursprung dieser Verschwörungstheorie lässt sich auf die Nachkriegszeit und die Teilung Deutschlands zurückverfolgen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die von den USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion verwaltet wurden. Diese Besatzung endete formal mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Jahr 1949 im Westen und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten. Anhänger der Besatzungstheorie interpretieren jedoch den „Besatzungsstatus“ der Alliierten bis 1955 als fortbestehende Besatzung und argumentieren, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg nie vollständig souverän wurde.

Ein zentraler Bestandteil der Theorie ist die Annahme, dass der „Zweckartikel“ der deutschen Verfassung, das Grundgesetz, nicht die vollständige Legitimation eines unabhängigen Staates darstellt, sondern nur für die westlichen Besatzungsgebiete galt. Sie behaupten, dass der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik 1990 keinen wirklichen „Souveränitätsgewinn“ brachte, sondern Deutschland lediglich weiterhin als ein „nicht souveräner“ Staat existiert.

Fehlinterpretationen und Widerlegung

Die Verschwörungstheorie ignoriert die Tatsache, dass Deutschland mit der „Verfassung von 1949“ (Grundgesetz) und den späteren internationalen Verträgen wie dem „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ von 1990 souverän wurde. Im „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ wurde Deutschland nicht nur offiziell wiedervereinigt, sondern auch die volle Souveränität von allen vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs anerkannt. Dieser Vertrag gab Deutschland die vollständige Unabhängigkeit und stellte den endgültigen Verzicht der Alliierten auf jegliche Besatzungsrechte sicher.

Der Artikel 23 des Grundgesetzes, der ursprünglich nur für Westdeutschland galt, wurde 1990 geändert, sodass es heute für das gesamte vereinte Deutschland gültig ist. Diese Änderungen und Vereinbarungen machen deutlich, dass Deutschland seit 1990 in vollem Umfang souverän ist. Zudem wird die Rolle des „Besatzungsstatus“ durch die heute gelebte internationale Anerkennung der Bundesrepublik als gleichberechtigtes Mitglied in der internationalen Gemeinschaft widerlegt.

Gefährlichkeit der Besatzungstheorie

Die Behauptung, dass Deutschland weiterhin besetzt und nicht souverän sei, wird häufig von extremistischen Gruppen wie den Reichsbürgern und anderen rechten Randgruppen verbreitet. Diese Gruppierungen nutzen die Theorie, um das Vertrauen in den demokratischen Staat zu untergraben und die Legitimität der Bundesrepublik zu bestreiten. In vielen Fällen führt dies zu einer Ablehnung staatlicher Autoritäten, zur Verweigerung von Steuern und zur Veröffentlichung von gefälschten „Reichsausweisen“ oder „Besatzungsausweisen“. Dies hat auch gefährliche Auswirkungen auf die gesellschaftliche Integration und fördert die Radikalisierung.

Fazit

Die Theorie der „unvollständigen Souveränität“ und der angeblichen „Besatzung“ Deutschlands ist eine juristisch und historisch unbegründete Verschwörungserzählung, die von rechtsextremen Gruppen genutzt wird, um das Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat zu untergraben. Sie ignoriert die tatsächliche rechtliche Realität und stellt eine Gefahr für die öffentliche Ordnung dar.

2 Quellen

  1. bpb.de/themen/deutsche-einheit/zwei-plus-vier-vertrag

    Der Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung erklärt den Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990, der die volle Souveränität Deutschlands nach der Wiedervereinigung sicherte und die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für die deutsche Einheit festlegte.

  2. bundestag.de/resource/blob/579364/034…20f37/wd-3-119-09-pdf-data.pdf

    Das Dokument des deutschen Bundestags erläutert die rechtlichen Grundlagen und die Bedeutung des Zwei-plus-Vier-Vertrags von 1990, der die Beendigung der Besatzungsrechte und die volle Souveränität des vereinten Deutschlands festlegte.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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