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MAnFred

Die Behauptung

Menschen sind Allesfresser und brauchen Fleisch

Kernfakten

  • Mit Ausnahme von Vitamin B12 kommt kein essenzieller Nährstoff ausschließlich in tierischen Produkten vor

  • Vitamin B12 stammt ursprünglich aus Mikroorganismen, die Nutztieren häufig ebenfalls supplementiert werden

  • Anatomische Hinweise (langer Darmtrakt, Mahlzähne, basisches Speichelmilieu) sprechen eher für pflanzenbetonte Ernährung

  • Gut geplante vegane Ernährung gilt laut großen Ernährungsgesellschaften als bedarfsdeckend für alle Lebensphasen

  • Hoher Konsum tierischer Produkte wird mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmten Krebsarten und Typ-2-Diabetes assoziiert

2 Min. Lesezeit

Das Argument, der Mensch sei ein Allesfresser und deshalb auf Fleisch angewiesen, basiert auf einer Fehlinterpretation biologischer Fakten. Richtig ist: Der Homo sapiens hat sich im Laufe seiner Evolution als opportunistischer Esser entwickelt – er konnte sich an viele Nahrungsquellen anpassen, weil das sein Überleben gesichert hat. Daraus abzuleiten, dass wir Fleisch brauchen, ist jedoch schlicht falsch. Unser Verdauungssystem ist zwar in der Lage, tierliche Produkte zu verwerten, aber keineswegs darauf angewiesen. Anatomisch und physiologisch gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass unsere Verdauung eher auf pflanzliche Kost ausgelegt ist – etwa durch unseren langen Darmtrakt, unsere Mahlzähne oder das basische Speichelmilieu.

Fleisch ist kein unersetzliches Lebensmittel

Keiner der für den Menschen essenziellen Nährstoffe kommt ausschließlich in tierischen Produkten vor. Alle Makro- und Mikronährstoffe – mit Ausnahme von Vitamin B12 – können bei guter Planung auch aus pflanzlichen Quellen oder angereicherten Lebensmitteln bezogen werden. Vitamin B12 stammt übrigens nicht aus dem Tier selbst, sondern aus Mikroorganismen, die Tieren häufig supplementiert werden. Wer also „natürliches“ B12 aus Fleisch konsumiert, nimmt in Wirklichkeit auch nur ein Zwischenprodukt eines Nahrungsergänzungsmittels auf – mit allen ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Nebenwirkungen. Eine gut geplante vegane Ernährung wird heute von allen großen Ernährungsgesellschaften als gesund und bedarfsdeckend für alle Lebensphasen eingestuft – inklusive Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und sportlicher Höchstleistung.

Ethik statt Instinkt

Sich auf ein archaisches Fressverhalten zu berufen, ignoriert nicht nur den ethischen Fortschritt unserer Gesellschaft, sondern entmündigt auch unsere Fähigkeit zur Reflektion. Nur weil wir etwas können, heißt das nicht, dass wir es sollen. Wir können auch Gewalt anwenden, wir tun es aber – zumindest im Idealfall – nicht, weil wir zivilisatorische Werte entwickelt haben. Wenn wir Tiere nicht essen, weil wir sie nicht mögen, sondern weil wir sie mögen – dann ist das ein Zeichen von Empathie, nicht von Mangelernährung.

Moderne Ernährung braucht keine Ausreden

Die Behauptung, Fleisch sei für die Gesundheit notwendig, hält der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz nicht stand. Im Gegenteil: Ein hoher Konsum tierischer Produkte wird mit zahlreichen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmten Krebsarten oder Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Pflanzenbasierte Ernährungsformen schneiden in vielen Studien besser ab, was Gesundheitsindikatoren, Krankheitsrisiken und Lebenserwartung betrifft. Wenn wir also als „Allesfresser“ eine Wahl haben – warum nicht die treffen, die für alle am besten ist: für uns, für die Tiere, für den Planeten?

2 Quellen

  1. spektrum.de/news/evolution-ist-der-me…geborener-fleischesser/2183421

    Der Artikel von Spektrum der Wissenschaft betont, dass der Mensch evolutionär als Allesfresser gilt, jedoch zunehmend bezweifelt wird, dass Fleischkonsum allein die Menschwerdung vorangetrieben hat.

  2. openscience.or.at/hungryforscienceblog/braucht-der-mensch-fleisch

    Laut dem Artikel von Hungry for Science ist Fleisch kein unverzichtbarer Bestandteil der menschlichen Ernährung; bei sorgfältiger Planung kann ein fleischloser Lebensstil gesundheitsfördernd sein.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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