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MAnFred

Die Behauptung

Für vegane Produkte sterben aber auch Tiere und Insekten

Kernfakten

  • Über 70 % des globalen Sojas wird an Tiere in der Mast verfüttert, nicht direkt konsumiert

  • Einordnung: Schäden bei pflanzlichem Anbau sind unbeabsichtigtes Nebenprodukt, Tierhaltung basiert auf gezielter Ausbeutung

  • Ethisches Grundprinzip: Vermeidung von Tierleid „soweit möglich und praktikabel“, nicht absolute Reinheit

  • Vegane Ernährung reduziert Flächenbedarf und damit auch Kollateralschäden für Wildtiere/Insekten

  • Veganivore und Surge Activism ordnen die Behauptung „Veganer töten mehr Tiere“ als unbegründet ein

3 Min. Lesezeit

Wer vegan lebt, hört früher oder später das Argument: „Aber für Soja, Mandeln oder Gemüse sterben doch auch Tiere – beim Ernten, durch Pestizide, durch Monokulturen.“ Das klingt im ersten Moment wie ein berechtigter Einwand. Doch bei genauerem Hinsehen ist es ein klassisches Ablenkungsmanöver – und vor allem: kein Argument gegen Veganismus, sondern für eine ökologischere Landwirtschaft insgesamt.

Natürlich ist kein Ernährungssystem zu 100 % frei von unbeabsichtigten Nebeneffekten. Auch pflanzliche Produkte werden unter Bedingungen angebaut, bei denen Insekten, Nagetiere oder andere Tiere zu Schaden kommen können. Doch das entscheidende Detail wird dabei gerne verschwiegen: Diese Schäden sind ein Nebenprodukt der Landwirtschaft – nicht ihr Ziel. Tierhaltung hingegen basiert direkt auf Ausbeutung und Tötung – gezielt, systematisch, gewollt.

Das ethische Grundprinzip: soweit möglich und praktikabel

Veganismus ist kein Anspruch auf absolute Reinheit. Es geht nicht darum, jeden einzelnen Kollateralschaden auszuschließen – das wäre weltfremd. Das Ziel ist es, soweit möglich und praktikabel die Ausbeutung und Tötung von Tieren zu vermeiden. Genau das macht den ethischen Unterschied: Wer vegan lebt, entscheidet sich aktiv gegen ein System, das Tiere systematisch leiden lässt und tötet – und akzeptiert, dass in einer nicht-veganen Welt leider nicht alle Schäden vermeidbar sind.

Dieses Prinzip basiert auf Vernunft, nicht auf Dogma. Es verlangt keine Perfektion, sondern die bestmögliche Annäherung an ein Leben, das so wenig Leid wie möglich verursacht. Es ist der ehrliche Versuch, Verantwortung zu übernehmen – anstatt sich mit der Unvermeidbarkeit von Nebenschäden moralisch aus der Affäre zu ziehen.

Tierprodukte vervielfachen den Schaden

Der Großteil der weltweit angebauten Pflanzen landet gar nicht auf unseren Tellern – sondern im Futtertrog. Über 70 % des globalen Sojas wird an Tiere in der Mast verfüttert. Auch riesige Mengen Getreide, Mais und sogar Hülsenfrüchte gehen in die Tierproduktion. Das bedeutet: Wer Fleisch, Milch oder Eier konsumiert, verursacht indirekt einen deutlich höheren Bedarf an Agrarfläche, Wasser, Pestiziden und Transportwegen – und damit auch mehr tote Insekten, zerstörte Lebensräume und Artensterben.

Mit anderen Worten: Wer sich vegan ernährt, reduziert den Flächenbedarf und die Kollateralschäden drastisch. Die Vorstellung, mit veganer Ernährung würden „genauso viele Tiere sterben“, ist biologisch und ökologisch nicht haltbar. Im Gegenteil: Eine tierfreie Ernährung ist die effizienteste Möglichkeit, insgesamt weniger Schaden anzurichten.

Wenn Nebenschäden plötzlich das Hauptproblem sein sollen

Besonders absurd wird das Argument, wenn es von Menschen vorgetragen wird, die selbst regelmäßig Fleisch, Käse oder Eier konsumieren. Es ist die rhetorische Variante von: „Ich mache zwar täglich das Zehnfache an Schaden, aber du bist auch nicht perfekt, also…“ Diese Art von Scheinheiligkeit ist in keiner anderen moralischen Diskussion akzeptabel – warum also hier?

Niemand behauptet, vegane Ernährung sei vollständig ohne Umweltwirkungen. Aber sie ist objektiv diejenige Form der Ernährung, die am wenigsten Schaden verursacht – für Tiere, für das Klima und für die Artenvielfalt. Wer das kritisiert, weil sie nicht perfekt ist, verteidigt in Wirklichkeit den Status quo – nicht die Tiere.

Was wirklich zählt: Absicht und Konsequenz

Es ist ein Unterschied, ob Tiere versehentlich durch Maschinen beim Ernten verletzt werden – oder ob sie gezielt in enge Buchten gepfercht, künstlich befruchtet, ihrer Nachkommen beraubt und anschließend getötet werden. Die vegane Ernährung zielt nicht darauf ab, Leben zu beenden, sondern darauf, es zu bewahren. Wer diesen Unterschied nicht erkennt oder ignoriert, will gar keine ethische Debatte – sondern eine Rechtfertigung für Bequemlichkeit.

Statt auf die Unvermeidbarkeit von Kollateralschäden zu zeigen, wäre der ehrliche Schritt: Verantwortung übernehmen, den eigenen Fußabdruck minimieren – und aufhören, ein System zu finanzieren, das auf Gewalt aufgebaut ist. Perfektion ist nicht notwendig. Aber der Versuch, soweit möglich und praktikabel, Leid zu vermeiden – das ist der Kern ethischen Handelns.

2 Quellen

  1. veganivore.de/veganer-toeten-mehr-tiere-als-fleischesser

    Der Artikel von Veganivore analysiert die Behauptung, Veganer würden mehr Tiere töten als Fleischesser, und kommt zu dem Schluss, dass vegane Ernährung insgesamt zu deutlich weniger Tierleid führt.

  2. surgeactivism.org/articles/debunked-d…re-animals-through-crop-deaths

    Der Artikel von Surgeactivism entlarvt das Argument, Veganer würden durch Pflanzenanbau mehr Tiere töten, als falsch und wissenschaftlich unbegründet.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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