Die größten Opfer der modernen Ernährung
Kernfakten
Deutschland 2023: rund 626 Millionen Masthühner geschlachtet (ca. 1.190 Tiere pro Minute)
Weltweit laut FAO rund 78,5 Milliarden Hühner jährlich geschlachtet
Deutschland 2022: rund 47 Millionen Schweine, weltweit laut FAO etwa 1,5 Milliarden
Weltweit werden laut Fishcount jährlich über 100 Milliarden Fische in Aquakultur gehalten, zusätzlich 1-3 Billionen wildgefangen
Weltweit werden jährlich bis zu 600 Milliarden Krebstiere für den Konsum getötet
2 Min. Lesezeit
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| Kategorie | Reihe 1 (Anzahl in Milliarden) |
|---|---|
| Anzahl Menschen 2025 | 8,23 |
| Hühner | 78,53 |
| Enten | 4,23 |
| Schweine | 1,49 |
| Gänse | 0,70 |
| Hasen | 0,63 |
| Schafe | 0,70 |
| Ziegen | 0,56 |
| Rinder | 0,30 |
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| Kategorie | Reihe 1 (Anzahl in Milliarden) |
|---|---|
| Anzahl Menschen 2025 | 8,23 |
| Fische | 2.000,00 |
| Krebstiere | 600,00 |
Fleisch, Eier, Milch und Fisch sind in vielen Ländern alltäglich. Doch was auf dem Teller landet, hat in aller Regel ein Tierleben gekostet – und das in einem erschreckenden Ausmaß. Die industrielle Tierhaltung hat weltweit ein nie dagewesenes Massensterben zur Folge. Tiere werden nicht mehr als fühlende Wesen behandelt, sondern als „Produktionsmittel“ – gezüchtet, gemästet, getötet. Hier die wichtigsten Zahlen für Deutschland und die Welt – und was sie über unser Verhältnis zu Tieren aussagen.
Hühner: Leben im Minutentakt
In Deutschland wurden im Jahr 2023 rund 626 Millionen Masthühner geschlachtet – das sind etwa 1.190 Tiere pro Minute. Hinzu kommen Millionen sogenannte „Legehennen“, deren Körper auf maximale Eiproduktion gezüchtet wurden. Global ist das Ausmaß kaum noch fassbar: Laut FAO werden weltweit jährlich rund 78,5 Milliarden Hühner geschlachtet – Tendenz steigend. Der Großteil lebt nie auch nur einen Tag unter freiem Himmel.
Schweine: Massenhaftes Sterben in Betonbuchten
Rund 47 Millionen Schweine wurden 2022 in Deutschland geschlachtet. Die Tiere leben zumeist auf Vollspaltenböden, ohne Beschäftigung, in abgedunkelten Hallen, oft mit kupierten Schwänzen. Weltweit liegt die Zahl der jährlich getöteten Schweine laut FAO bei etwa 1,5 Milliarden Tieren. Kaum eine andere Spezies wird in so großem Maßstab und so anonym gehalten wie das Schwein.
Rinder: Getötet für Fleisch – oder als „Abfallprodukt“ der Milchindustrie
In Deutschland wurden 2022 etwa 3 Millionen Rinder geschlachtet. Weltweit liegt die Zahl laut FAO bei rund 305 Millionen Tieren pro Jahr. Diese Zahl enthält sowohl Fleischrinder als auch sogenannte „Milchkühe“, die nach wenigen Jahren Leistung nicht mehr „wirtschaftlich“ sind und dann geschlachtet werden. Kälber werden oft schon wenige Tage nach der Geburt von der Mutter getrennt – eine psychische Grausamkeit, die für beide Seiten nachweislich traumatisch ist.
Puten und Enten: Weniger sichtbar, aber millionenfach betroffen
2022 wurden in Deutschland über 30 Millionen Puten getötet. Auch die Zahl der Enten liegt im zweistelligen Millionenbereich. Weltweit werden jährlich rund 500 Millionen Puten und über 4 Milliarden Enten geschlachtet. Viele Tiere leiden unter extremen Zuchtformen: übergroße Brustmuskeln, Gelenkschäden, Atemnot.
Fische: Unsichtbares Leid unter Wasser
Fische werden meist in Zahlen erfasst, nicht in Individuen – was die Dimension ihres Leids verschleiert. In deutschen Aquakulturen werden jährlich mehrere Millionen Forellen, Lachse und andere Arten gezüchtet und getötet. Weltweit werden laut Schätzungen der Organisation Fishcount jährlich über 100 Milliarden Fische in Aquakultur gehalten – zusätzlich zu 1 bis 3 Billionen wildgefangenen Fischen. Die Tötung erfolgt oft ohne Betäubung, durch Ersticken oder Kälteschock.
Krebstiere: Das stille Massensterben
Noch weniger Beachtung finden Krebse, Garnelen und Hummer, obwohl sie zu den meistgetöteten Tieren zählen. In deutschen Supermärkten sind sie längst Standard. Weltweit werden jährlich bis zu 600 Milliarden Krebstiere für den menschlichen Konsum getötet – oft lebendig gekocht oder in Eiswasser erstickt.
Ein System der Zahl und nicht des Lebens
Diese Zahlen offenbaren: Es handelt sich nicht um Einzelschicksale, sondern um ein industrielles Tötungssystem, das jeden Tag milliardenfach Leben beendet – für den Geschmack, für Bequemlichkeit, für Profit. Die überwältigende Mehrheit dieser Tiere stirbt jung, krank, ohne Würde und ohne je artgerecht gelebt zu haben. Solange wir diesen Zahlen keine Gesichter geben, bleibt die industrielle Tötung ein blinder Fleck unserer Ernährungsethik.
3 Quellen
- albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell…achtzahlen-fleischverzehr-2023
Die Albert Schweitzer Stiftung gibt aktuelle Zahlen zu den geschlachteten Tieren in Deutschland und zeigt die Dimension des Fleischkonsums auf.
- animalequality.de/blog/fakten-ueber-massentierhaltung-in-deutschland
Animal Equality liefert umfassende Daten zu Schlachtzahlen weltweit, auch zu Aquakulturen und Krebstieren.
- ourworldindata.org/grapher/animals-slaughtered-for-meat
Our World in Data führt die Schlachtzahlen der FAO je Tierart und Jahr zusammen. Für 2024 weltweit: 78,5 Milliarden Hühner, 4,2 Milliarden Enten, 1,5 Milliarden Schweine, 0,5 Milliarden Puten und 305 Millionen Rinder.
Autor: MAnFred
Veröffentlicht am 4. August 2026
