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Was ist Whataboutism?

Kernfakten

  • Whataboutism: Ablenkung von einem Thema durch Verweis auf ein anderes, statt Argument zu entkräften

  • Begriff stammt aus sowjetischer Propaganda, populär im Kalten Krieg

  • Ziel: Verantwortung verschieben, nicht ursprüngliche Kritik widerlegen

  • Beispiel: Kritik an Regierungspolitik wird mit Verweis auf Skandale anderer Regierung gekontert

  • Führt selten zu konstruktiver Diskussion, verhindert tiefere Auseinandersetzung

2 Min. Lesezeit

Whataboutism bezeichnet eine rhetorische Strategie, bei der anstatt auf ein vorgebrachtes Argument direkt zu reagieren, auf ein anderes Thema oder Problem verwiesen wird, um von der ursprünglichen Diskussion abzulenken. Diese Technik wird verwendet, um Verantwortung zu vermeiden, die Aufmerksamkeit von einem aktuellen Thema abzulenken und stattdessen die Diskussion auf vermeintliche oder tatsächliche Mängel der Gegenseite zu lenken. Der Begriff stammt ursprünglich aus der sowjetischen Propaganda und wurde vor allem im Kontext des Kalten Krieges populär, als die Sowjetunion häufig westliche Kritiker mit dem Argument ablenkte, dass auch westliche Länder in ihren eigenen Bereichen Fehler machten.

Erklärung des Begriffs

Whataboutism ist eine Form der Ablenkungsrhetorik, bei der auf ein anderes, oft nur peripher verwandtes oder gar nicht verwandtes Thema hingewiesen wird, um die Diskussion von der eigentlichen Frage wegzuführen. Dies führt dazu, dass das eigentliche Thema nicht weiter behandelt wird und der Fokus stattdessen auf einem anderen Problem liegt, das der Sprecher als gleichwertig oder noch schwerwiegender darstellt. Whataboutism ist kein Versuch, die ursprüngliche Kritik zu widerlegen, sondern dient vielmehr dazu, die Verantwortung zu verschieben.

Beispiel 1:

Person A kritisiert die Regierung X wegen ihrer Wirtschaftspolitik. Person B antwortet darauf: „Aber was ist mit den Skandalen der Regierung Y? Warum wird da nicht genauso viel berichtet?“ Hier wird von der Kritik an Regierung X auf die angeblichen Mängel von Regierung Y abgelenkt. Das ursprüngliche Problem wird nicht adressiert.

Beispiel 2:

Person A spricht die schlechte Umweltbilanz von Unternehmen Z an. Person B reagiert darauf: „Warum spricht niemand über die Umweltverschmutzung in Entwicklungsländern? Warum wird nicht da etwas unternommen?“ In diesem Fall lenkt die Erwähnung der Umweltprobleme in Entwicklungsländern die Diskussion von der Verantwortung von Unternehmen Z ab.

Warum wird Whataboutism verwendet?

Whataboutism wird in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen eingesetzt, um die eigene Position zu verteidigen, ohne sich mit den vorgebrachten Argumenten auseinanderzusetzen. Indem die Aufmerksamkeit auf ein anderes Problem gelenkt wird, wird der Eindruck erweckt, dass das ursprüngliche Thema nicht so wichtig oder nicht relevant ist, oder es wird suggeriert, dass auch die Gegenseite Probleme hat, die sie nicht ansprechen will. Dies kann den Druck von der eigenen Position nehmen und das eigentliche Thema der Diskussion unadressiert lassen.

Fazit

Obwohl Whataboutism eine rhetorisch effektive Taktik sein kann, führt sie selten zu einer konstruktiven Diskussion. Anstatt das eigentliche Thema zu klären, verschiebt sie die Diskussion und verhindert eine tiefere Auseinandersetzung mit den relevanten Fragen. Es ist wichtig, sich auf das ursprüngliche Argument zu konzentrieren und die Ablenkungsmanöver zu durchschauen, um zu einer tatsächlichen Lösung oder Verständigung zu kommen.

2 Quellen

  1. amadeu-antonio-stiftung.de/modsupport/whataboutism

    ​Die Amadeu Antonio Stiftung beschreibt Whataboutism als eine Ablenkungsstrategie, bei der auf ein anderes Thema verwiesen wird, um vom eigentlichen Thema abzulenken und eine sachliche Diskussion zu verhindern.

  2. belltower.news/rechtspopulistische-ge…rategien-eine-uebersicht-41674

    ​Belltower. News erläutert, dass Rechtspopulist:innen in Diskussionen häufig die Täter-Opfer-Umkehr einsetzen, indem sie sich selbst als Opfer darstellen und so die Verantwortung für ihr eigenes Verhalten oder ihre Ideologie verschleiern.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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