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Wählerbasis der AfD: Wer wählt die Partei und warum?

Kernfakten

  • 70,6 % der AfD-Wähler sind Männer (Uni Leipzig) – höchster Männeranteil aller großen Parteien

  • Kernwählergruppe: 3544 Jahre, Hochburgen in Ostdeutschland

  • Wähler tendenziell wirtschaftlich unsicherer, stark vertreten: Arbeiter und Erwerbslose (Hans-Böckler-Stiftung)

  • Migration zentrales „Gewinnerthema“, kombiniert mit Gender-/„Wokeness“-Kritik

  • Nach Bundestagswahl 2021 verstärkter Zustrom ehemaliger Union- und FDP-Wähler

3 Min. Lesezeit

AfD-Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 nach Geschlecht
010 %20 %30 %40 %50 %60 %MännerFrauen

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AfD-Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 nach Geschlecht – vollständige Werte
KategorieReihe 1
Männer57 %
Frauen43 %
Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 in der Altersgruppe der 18-24-Jährigen
010 %20 %30 %40 %FrauenMännerFrauenMännerFrauenMännerFrauenMännerFrauenMännerFrauenMännerFrauenMännerAfDCDU/CSULinkeSPDBündnis 90 /Die GrünenFDPBSW

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Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 in der Altersgruppe der 18-24-Jährigen – vollständige Werte
KategorieReihe 1
Frauen15 %
Männer27 %
Frauen10 %
Männer16 %
Frauen35 %
Männer16 %
Frauen13 %
Männer12 %
Frauen11 %
Männer10 %
Frauen3 %
Männer7 %
Frauen7 %
Männer6 %
AfD-Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 nach Altersgruppen
05 %10 %15 %20 %25 %30 %Alle18 - 24 Jahre25 - 34 Jahre35 - 44 Jahre45 - 59 Jahre60 - 69 Jahre70 und älter

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AfD-Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 nach Altersgruppen – vollständige Werte
KategorieReihe 1
Alle21 %
18 - 24 Jahre21 %
25 - 34 Jahre24 %
35 - 44 Jahre26 %
45 - 59 Jahre22 %
60 - 69 Jahre19 %
70 und älter10 %
AfD-Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 nach Tätigkeit
010 %20 %30 %40 %AlleArbeiterAngestellteSelbstständigeRentnerArbeitslose

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AfD-Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 nach Tätigkeit – vollständige Werte
KategorieReihe 1
Alle21 %
Arbeiter38 %
Angestellte21 %
Selbstständige21 %
Rentner13 %
Arbeitslose34 %
Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 mit schlechter wirtschaftlicher Situation
010 %20 %30 %40 %AfDCDU/CSULinkeSPDBündnis 90 / DieGrünenFDPBSW

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Stimmanteile zur Bundestagswahl 2025 mit schlechter wirtschaftlicher Situation – vollständige Werte
KategorieReihe 1
AfD39 %
CDU/CSU17 %
Linke11 %
SPD12 %
Bündnis 90 / Die Grünen6 %
FDP3 %
BSW7 %
Stimmanteile unter Arbeiterinnen und Arbeitern zur Bundestagswahl 2025
010 %20 %30 %40 %AfDCDU/CSULinkeSPDBündnis 90 / DieGrünenFDPBSW

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Stimmanteile unter Arbeiterinnen und Arbeitern zur Bundestagswahl 2025 – vollständige Werte
KategorieReihe 1
AfD38 %
CDU/CSU22 %
Linke8 %
SPD12 %
Bündnis 90 / Die Grünen5 %
FDP4 %
BSW5 %

Die AfD hat sich in den letzten Jahren als eine der polarisierendsten Parteien in Deutschland etabliert, mit einer Wählerschaft, die sich zunehmend aus spezifischen demografischen und sozioökonomischen Gruppen zusammensetzt. Eine detaillierte Analyse ihrer Wählerschaft zeigt nicht nur das klare Profil ihrer Anhänger, sondern auch die tieferliegenden Ängste und Unsicherheiten, die viele Menschen zur AfD führen.

Demografische Merkmale der AfD-Wähler

Ein zentrales Merkmal der AfD-Wählerschaft ist das starke Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Eine Analyse der Universität Leipzig ergab, dass 70,6 Prozent der AfD-Wähler Männer sind – der höchste Anteil unter allen großen Parteien. Dies entspricht dem allgemeineren Trend, dass rechtspopulistische Bewegungen weltweit besonders von Männern unterstützt werden. Darüber hinaus sind die Wähler der AfD in der Regel mittleren Alters, wobei die größte Altersgruppe zwischen 35 und 44 Jahren liegt. Diese Gruppe bildet den Kern der AfD-Wählerschaft, gefolgt von jüngeren Wählern, insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern, wo die AfD große Erfolge erzielt.

Auch die sozioökonomische Lage der AfD-Wähler unterscheidet sich von der der Anhänger anderer Parteien. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass AfD-Wähler tendenziell wirtschaftlich unsicherer sind als die Anhänger anderer Parteien. Besonders stark vertreten sind Arbeiter und Erwerbslose. Die AfD hat in den letzten Jahren verstärkt die Aufmerksamkeit von Wählern gewonnen, die sich durch die wirtschaftliche Lage und die gesellschaftlichen Veränderungen benachteiligt fühlen.

Motivationen der AfD-Wähler

Ein zentrales Motiv, das die AfD-Wählerschaft prägt, ist das Gefühl der Verunsicherung und der Verlustängste. Laut der Hans-Böckler-Stiftung reagieren AfD-Wähler besonders empfindlich auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Krisen und äußern häufiger Sorgen über die Zukunft als Wähler anderer Parteien. Die AfD versteht es geschickt, diese Ängste zu verstärken und mit einem Narrativ zu verknüpfen, das externe Bedrohungen – vor allem durch Migration – und innere Elitenfeindlichkeit umfasst. Besonders auffällig ist, dass viele AfD-Wähler ein stark autoritäres Weltbild vertreten und eine Diktatur als Lösung für die politischen Probleme Deutschlands in Betracht ziehen. Dies deutet auf eine signifikante Unterstützung für autoritäre Strukturen und eine Ablehnung demokratischer Normen hin.

Die Themen, die die AfD aufgreift, reichen von der Zuwanderung über soziale Gerechtigkeit bis hin zur inneren Sicherheit. Besonders stark im Vordergrund steht jedoch die ablehnende Haltung gegenüber Migration. Die Partei hat es verstanden, dieses Thema in den Mittelpunkt ihrer politischen Agenda zu stellen und es als zentrales „Gewinnerthema“ zu stilisieren. Hinzu kommen kulturpolitische Themen wie Genderfragen und die Diskussion um „wokeness“, die in der Wählerschaft der AfD besonders gut ankommen. Dies zeigt sich auch in den Ergebnissen der Leipziger Untersuchung, die eine breite Unterstützung für diese Themen innerhalb der AfD-Wählerschaft feststellen konnte.

Veränderung der Wählerschaft und gesellschaftliche Einflüsse

Die Wählerschaft der AfD hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. In den Anfangsjahren der Partei war sie relativ breit auf verschiedene Berufsfelder und soziale Schichten verteilt. Heute zeigt sich eine stärkere Konzentration auf Menschen, die sich in ihrer gesellschaftlichen Position abgehängt fühlen, insbesondere unter den Arbeiter*innen und Erwerbslosen. Auch die junge Wählerschaft hat die AfD zunehmend für sich gewonnen, obwohl diese Gruppe insgesamt noch eine Minderheit darstellt. Es sind vor allem Männer der zweiten Lebenshälfte, die in Umfragen als die größte Zielgruppe der Partei identifiziert wurden.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt der AfD-Wählerschaft ist der zunehmende Zustrom von ehemaligen Wählern der Union, insbesondere nach der Bundestagswahl 2021. Gleichzeitig hat die AfD auch Wähler der FDP für sich gewonnen, was auf die zunehmend wirtschaftsliberalen und autoritären Positionen der Partei zurückzuführen ist.

Fazit

Die AfD spricht vor allem Menschen an, die sich durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen bedroht fühlen. Ihre Wählerschaft ist tendenziell männlich, mittleren Alters und hat oft ein mittleres bis niedriges Bildungsniveau. Die Partei versteht es, Ängste zu schüren, indem sie Themen wie Migration, soziale Gerechtigkeit und Kulturkämpfe aufgreift. Diese Ängste, kombiniert mit einer ablehnenden Haltung gegenüber dem politischen Establishment und einer Vorliebe für autoritäre Lösungen, treiben viele Menschen dazu, die AfD zu wählen. Nicht alle AfD-Wähler sind rechtsradikal, aber sie entscheiden sich bewusst für eine Partei, die immer wieder mit rechtsextremen Ideologien in Verbindung gebracht wird.

2 Quellen

  1. tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/umfrage-afd.shtml

    Die Umfrage auf tagesschau.de zeigt, dass die AfD in den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 weiter an Zustimmung gewann, insbesondere durch Zuwächse bei ehemaligen Wählern der Union und der FDP.

  2. rnd.de/politik/afd-waehler-maennlich-…ZOFU4HNDJN2ZLIMAPVITYF3M4.html

    Der Artikel beschreibt, dass AfD-Wähler vor allem männlich, wenig gebildet und häufig arbeitslos sind, wobei die Partei insbesondere unter Menschen mit mittlerem Einkommen und Arbeitslosen große Unterstützung findet.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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