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Gründung und Anfangsjahre der AfD

Kernfakten

  • Gründung 6. Februar 2013 durch Bernd Lucke, Frauke Petry, Konrad Adam u.a.

  • Bundestagswahl 2013: 4,7 % der Stimmen, knapp an 5%-Hürde gescheitert

  • Ursprünglich eurokritische, wirtschaftsliberale Partei gegen Euro-Rettungspolitik

  • Münchener Parteitag 2015: Bruch zwischen Lucke und Petry/Gauland, Lucke gründet „Liberal-Konservative Reformer“

  • Ab 2015 Kurswechsel zu nationalkonservativer, migrationskritischer Ausrichtung (Flüchtlingskrise 2015)

2 Min. Lesezeit

Die Alternative für Deutschland (AfD) wurde im Jahr 2013 gegründet, zunächst als eine eurokritische Partei, die sich gegen die Rettungspakete für die Eurozone aussprach. Der Ursprung der AfD liegt in einer breiten Unzufriedenheit mit der Euro-Rettungspolitik und einer Ablehnung der Fiskalunion, die vor allem von der damaligen Bundesregierung unter Angela Merkel vorangetrieben wurde. Die Gründung fand durch eine Gruppe von Wirtschaftswissenschaftlern und Politikwissenschaftlern statt, die sich vor allem auf die Themen Wirtschaft und Finanzpolitik konzentrierten. Der bekannteste Gründer ist Bernd Lucke, ein Professor für Makroökonomie, der anfangs auch als Spitzenkandidat der Partei fungierte.

Gründungsphase und erste Jahre

Die AfD wurde offiziell am 6. Februar 2013 von Bernd Lucke, Frauke Petry, Konrad Adam und anderen gegründet. Der erste große politische Erfolg gelang der Partei bereits bei den Bundestagswahlen 2013, als sie mit 4,7 % der Stimmen knapp an der 5%-Hürde scheiterte, aber bereits in vielen Landtagen Aufmerksamkeit erregte. Die AfD stellte sich von Anfang an als Partei dar, die sich gegen den Euro und für eine Rückkehr zu nationaler Währungsautonomie aussprach, was zu dieser Zeit einen starken Widerstand im politischen Establishment hervorbrachte.

In den ersten Jahren konzentrierte sich die AfD vor allem auf die Kritik an der Euro-Politik und der deutschen Rettungspolitik. Dies führte dazu, dass die Partei in den ersten Jahren überwiegend von wirtschaftsliberalen und konservativen Wählern unterstützt wurde, die mit der aktuellen Finanzpolitik unzufrieden waren. Dennoch war die Partei in dieser Zeit noch eine kleine und eher marginale Kraft, die im Wesentlichen als eine Stimme des Protestes gegen die etablierte Politik wahrgenommen wurde.

Wandel der Partei und erste innere Spannungen

Mit der Zeit begann sich die AfD jedoch zunehmend zu verändern. Der ursprüngliche Kurs, der sich stark auf wirtschaftliche Fragen konzentrierte, wich zunehmend einer breiteren, nationalkonservativen Agenda. Ein Schlüsselmoment in dieser Entwicklung war der Münchener Parteitag im Jahr 2015, als es zu einer innerparteilichen Auseinandersetzung zwischen den wirtschaftsliberalen Kräften um Bernd Lucke und den zunehmend nationalkonservativen Kräften um Frauke Petry und Alexander Gauland kam. Dieser Konflikt führte dazu, dass Lucke und seine Anhänger die Partei verließen und eine neue politische Formation namens „Liberal-Konservative Reformer“ gründeten, während die AfD unter der Führung von Petry und Gauland einen deutlicheren Rechtskurs einschlug.

Die Jahre 2014 bis 2016 waren von einer zunehmenden politischen Radikalisierung der Partei geprägt. Der Fokus verlagerte sich von der Eurokritik hin zu Themen wie Migration, Islam und nationale Souveränität. Die AfD positionierte sich zunehmend als starke Kritikerin der Migrationspolitik der Bundesregierung, insbesondere nach der Flüchtlingskrise 2015. Unter der Führung von Petry und Gauland gewann die Partei zunehmend an Unterstützung in den westlichen und östlichen Bundesländern, wobei vor allem der Osten eine Hochburg der AfD wurde.

Fazit

Die Anfangsjahre der AfD waren durch den Wandel von einer Eurokritischen Partei zu einer nationalkonservativen, migrationskritischen Bewegung gekennzeichnet. Dieser Prozess war nicht nur von internen Spannungen, sondern auch von einer stetigen Veränderung der politischen Ausrichtung geprägt, die die Partei zu einer bedeutenden politischen Kraft im deutschen Parteiensystem werden ließ.

2 Quellen

  1. bpb.de/themen/parteien/parteien-in-de…n-der-parteigeschichte-der-afd

    Die Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung bietet eine detaillierte Darstellung der Etappen in der Geschichte der AfD, von ihrer Gründung bis hin zu den innerparteilichen Umbrüchen und politischen Veränderungen der Partei.

  2. tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-zehn-jahre-103.html

    Der Artikel auf Tagesschau.de beleuchtete 2023 die zehnjährige Geschichte der AfD, von ihrer Gründung als eurokritische Partei bis hin zu ihrer Entwicklung zu einer nationalkonservativen Kraft, die zunehmend von rechtspopulistischen Tendenzen geprägt ist.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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