Gründung und Entwicklung
Kernfakten
Gegründet 15. Juni 2013 in Darmstadt als AfD-Jugendorganisation
Januar 2019: Verfassungsschutz-Einstufung als Verdachtsfall; April 2023: Hochstufung zu „gesichert rechtsextrem“
AfD beschließt Trennung Januar 2025 (wirksam 1. April 2025), JA löst sich zum 31. März 2025 selbst auf
Rund 2.500 Mitglieder zum Zeitpunkt der Auflösung
Ende November 2025: Neugründung „Generation Deutschland“ mit personeller Kontinuität zur JA
3 Min. Lesezeit
Die Junge Alternative für Deutschland (JA) wurde am 15. Juni 2013 in Darmstadt gegründet und fungierte als Jugendorganisation der AfD. Sie verstand sich als Nachwuchsplattform für junge politisch interessierte Menschen, die die Werte der AfD vertreten wollten. Ursprünglich zog sie vor allem junge konservative und wirtschaftsliberale Mitglieder an, doch mit dem innerparteilichen Rechtsruck der AfD änderte sich auch die ideologische Ausrichtung der JA.
Bereits in den ersten Jahren war die Junge Alternative von inneren Machtkämpfen geprägt. Während sich einige Mitglieder eher konservativ-liberal positionierten, dominierten zunehmend jene, die nationalistische und rechtsextreme Positionen vertraten. Besonders im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 radikalisierte sich die JA zunehmend.
Bis November 2015 erkannten zehn Landesverbände der AfD die JA als offizielle Jugendorganisation an. Schließlich erfolgte auf dem vierten Parteitag der AfD in Hannover die formelle Anerkennung auf Bundesebene.
Radikalisierung und politische Positionen
Die Junge Alternative fiel schnell durch eine radikale Rhetorik auf, die teilweise noch über die Positionen der AfD hinausging. Typische Themen der JA waren:
„Remigration“:
Die JA forderte, Migranten in großer Zahl aus Deutschland auszuweisen, auch wenn sie bereits seit Jahren im Land lebten.
Antifeminismus und Anti-Gender-Politik: Die JA sprach sich konsequent gegen Gleichstellungspolitik und die Rechte von LGBTQ+-Personen aus.
Geschichtsrevisionismus: Einzelne Mitglieder fielen mit relativierenden Aussagen zur NS-Zeit auf.
Nähe zur „Identitären Bewegung“: Die JA pflegte über Jahre hinweg enge Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung, die in Deutschland vom Verfassungsschutz als gesichert extremistisch eingestuft wird.
Besonders über soziale Medien betrieb die JA eine aggressive Mobilisierung junger Menschen und versuchte, eine „Anti-Establishment“-Haltung zu kultivieren, die gezielt gegen etablierte Parteien und Medien gerichtet war.
Beobachtung durch den Verfassungsschutz
Bereits im Januar 2019 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Junge Alternative als Verdachtsfall ein, was bedeutete, dass sie unter Beobachtung stand. Diese Einstufung erfolgte aufgrund von migrations- und islamfeindlichen Positionen, die offen in der Organisation vertreten wurden.
Im April 2023 erfolgte dann die Hochstufung zum „gesichert rechtsextremen Beobachtungsobjekt“. Damit war offiziell bestätigt, dass die Junge Alternative eine verfassungsfeindliche Organisation ist. Diese Entscheidung wurde mit extremistischen Äußerungen und einer ideologischen Nähe zur Neuen Rechten begründet.
Ein Eilantrag der AfD und der JA gegen diese Einstufung scheiterte im Februar 2024 vor dem Verwaltungsgericht Köln.
Abspaltung und Auflösung
Aufgrund des steigenden politischen Drucks und der anhaltenden Verfassungsschutzbeobachtung entschied die AfD, sich von der Jungen Alternative zu distanzieren. Auf dem AfD-Parteitag im Januar 2025 wurde die offizielle Trennung beschlossen, die zum 1. April 2025 in Kraft treten sollte.
In Reaktion auf diese Entscheidung fasste die Junge Alternative auf einem Bundeskongress am 1. Februar 2025 den Beschluss, sich selbst zum 31. März 2025 aufzulösen.
Zum Zeitpunkt ihrer Auflösung hatte die JA etwa 2.500 Mitglieder.
Generation Deutschland
Nach der Auflösung der Jungen Alternative gründete die AfD Ende November 2025 ihre neue Jugendorganisation Generation Deutschland (GD). Im Unterschied zur JA ist sie organisatorisch deutlich enger an die Mutterpartei gebunden; Mitglieder müssen grundsätzlich auch Mitglied der AfD sein. Personell zeigt sich jedoch eine große Kontinuität: Zahlreiche frühere Funktionäre und Mitglieder der Jungen Alternative engagieren sich heute in der Generation Deutschland und prägen deren Aufbau und politische Ausrichtung maßgeblich. Beobachter sehen deshalb trotz der neuen Organisationsstruktur erhebliche personelle Überschneidungen mit der Vorgängerorganisation.
Fazit
Die Junge Alternative war über Jahre hinweg eine der radikalsten Strukturen innerhalb der AfD. Ihre Mitglieder vertraten offen rechtsextreme Positionen und spielten eine bedeutende Rolle in der Radikalisierung der AfD. Die Einstufung als rechtsextrem und die Abspaltung von der Mutterpartei markierten das Ende der JA. Dennoch bleibt fraglich, ob sich ehemalige Mitglieder nun in anderen Organisationen neu formieren und weiterhin Einfluss auf die politische Landschaft nehmen werden.
2 Quellen
- deutschlandfunk.de/junge-alternative-rechtsextrem-afd-100.html
Der Artikel des Deutschlandfunks beschreibt die zunehmende Radikalisierung der Jungen Alternative, die mittlerweile als rechtsextrem eingestuft wird, und beleuchtet ihre Rolle innerhalb der AfD sowie die Reaktionen des Verfassungsschutzes.
- tagesschau.de/inland/junge-alternative-aufloesung-100.html
Der Artikel der Tagesschau berichtet über die Entscheidung der AfD, sich von der Jungen Alternative zu trennen, und die anschließende Selbstauflösung der Jugendorganisation zum 31. März 2025
Autor: MAnFred
Veröffentlicht am 4. August 2026
