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MAnFred

Politik gegen die eigenen Interessen: Warum Wähler:innen der AfD zustimmen

Kernfakten

  • AfD-Wahlprogramm fordert Reduzierung von Agrarsubventionen, dennoch Unterstützung durch Landwirte bei Bauernprotesten ab Dezember 2023

  • Programm fordert u.a. Abschaffung Mindestlohn und Schwächung Tarifbindung, dennoch Unterstützung durch Niedriglohn-Beschäftigte (DGB-Analyse)

  • ZEW-Analyse: AfD-Steuerpläne entlasten vor allem hohe Einkommen

  • Mittlere und niedrige Einkommen würden durch AfD-Politik stärker finanziell belastet

  • Bezeichnung als „AfD-Paradox“ durch Leibniz-Gemeinschaft geprägt

2 Min. Lesezeit

In Deutschland zeigt sich ein bemerkenswertes Phänomen: Wähler:innen unterstützen Parteien, deren Programme nicht immer ihren eigenen Interessen entsprechen. Ein besonders auffälliges Beispiel ist die Unterstützung der AfD durch viele Landwirt:innen, obwohl deren Wahlprogramm Maßnahmen enthält, die für die Landwirtschaft nachteilig sein könnten.

AfD-Wahlprogramm 2025: Subventionen und Landwirtschaft

Im Wahlprogramm der AfD für die Bundestagswahl 2025 fordert die Partei eine Reduzierung der Agrarsubventionen und eine stärkere Marktorientierung in der Landwirtschaft. Unter dem Kapitel „Landwirtschaft: Mehr Wettbewerb, weniger Subventionen“ heißt es: „Die AfD tritt dafür ein, dass landwirtschaftliche Flächen der Nahrungsmittelproduktion dienen und nicht zunehmend für andere Zwecke herangezogen werden. Wir sind davon überzeugt, dass moderne bäuerliche Betriebe mit Verwurzelung in den Regionen am besten geeignet sind, umwelt- und marktgerecht zu produzieren. Die EU-Subventionen nach dem Gießkannenprinzip sowie bürokratische Überreglementierungen sind Schritt für Schritt zurückzufahren.“

Trotz dieser programmatischen Position solidarisierten sich viele Landwirt:innen mit der AfD, insbesondere während der Bauernproteste ab Dezember 2023. Die AfD positionierte sich als Unterstützerin der Proteste, obwohl ihre politischen Forderungen im Widerspruch zu den Interessen vieler Landwirt:innen standen.

Weitere Beispiele für widersprüchliche Unterstützung

Ein weiteres Beispiel ist die Unterstützung der AfD durch viele Beschäftigte im Niedriglohnbereich. Obwohl die AfD in ihrem Wahlprogramm Maßnahmen fordert, die die Rechte von Arbeitnehmer:innen einschränken könnten, wie die Abschaffung des Mindestlohns und die Schwächung der Tarifbindung, unterstützen viele Beschäftigte diese Partei. Eine Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt, dass die AfD in arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Belangen eine neoliberale Politik verfolgt, die zu weniger Fairness auf dem Arbeitsmarkt und weniger sozialer Absicherung für Beschäftigte führen könnte

Finanzielle Belastung der Mehrheit

Eine Analyse des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) zeigt, dass die Steuerpläne der AfD vor allem höhere Einkommen entlasten würden. Die Mehrheit der Bevölkerung, insbesondere Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen, würde durch die AfD-Politik stärker finanziell belastet werden.

Fazit

Die Unterstützung der AfD durch Wähler:innen, deren Interessen durch das Wahlprogramm der Partei negativ beeinflusst werden könnten, zeigt, wie komplex politische Entscheidungen sind. Oftmals spielen neben sachlichen Argumenten auch emotionale und identitätsstiftende Faktoren eine entscheidende Rolle. Es bleibt abzuwarten, ob die Wähler:innen in Zukunft ihre Unterstützung für Parteien überdenken, deren Programme nicht immer ihren eigenen Interessen entsprechen.

2 Quellen

  1. leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neu…le/newsdetails/das-afd-paradox

    Der Artikel der Leibniz-Gemeinschaft beschreibt das sogenannte „AfD-Paradox“: Viele Wähler:innen der Partei würden durch die Umsetzung ihres eigenen Wahlprogramms wirtschaftlich und sozial am stärksten benachteiligt.

  2. tagesschau.de/wirtschaft/afd-wahlprog…mm-wirtschaftspolitik-100.html

    Die AfD fordert laut dem Artikel der Tagesschau in ihrem Wahlprogramm 2025 eine marktwirtschaftliche Wirtschaftspolitik mit Fokus auf den Mittelstand, die jedoch durch geplante Steuererleichterungen für Wohlhabende und Unternehmen die Mehrheit der Bevölkerung stärker finanziell belasten würde.

Autor: MAnFred

Veröffentlicht am 4. August 2026

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